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Pflanzliche Präparate wie Gingko oder Kürbissamenextrakt können die Blase stärken, ebenso wie homöopathische Tropfen. KRANKHEITEN

Blasenschwäche lindern und heilen

Unkontrollierter Urinverlust ist nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psychisches Problem. Doch zum Glück lässt sich Blasenschwäche behandeln.

„Beckenbodentraining behebt oft schon nach wenigen Wochen leichte Formen der Blasenschwäche.“

Über neun Millionen Menschen leiden Schätzungen zufolge deutschlandweit an unkontrolliertem Urin- oder Stuhlabgang. Die so genannte Belastungsinkontinenz, eine Form der Blasenschwäche, trifft besonders häufig ältere Frauen. Diese verlieren beispielsweise schon bei Husten oder Treppensteigen unkontrolliert Urin. Aber auch junge Mütter kann diese Stressinkontinenz betreffen, da ihr Beckenboden durch Schwangerschaft und Geburt geschwächt wurde. Viele Betroffene verschweigen Blasenschwäche aus Scham und gehen nicht zum Arzt mit einer Krankheit, die zwar harmlos, aber doch sehr leidvoll und einschränkend ist.

Mögliche Ursachen der Belastungsinkontinenz bei Frauen sind Beckenbodenschwäche oder ein Wechseljahre-bedingter Östrogenmangel. Aber auch eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung, psychische Belastungen, chronische Bronchitis oder Übergewicht können Blasenschwäche begünstigen.

Zur Basisdiagnostik bei Blasenschwäche gehören neben einer gynäkologischen Untersuchung eine Urin- und Blutuntersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung. Auch ein sogenanntes Miktionstagebuch (Toiletten- und Trinkprotokoll) kann Aufschluss über die Ursachen einer Blasenschwäche geben. Herunterladbar ist dieses z.B. auf der Homepage der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V., die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Früherkennung und Prävention von Inkontinenz zu stärken sowie über moderne Therapiemöglichkeiten aufzuklären, denn: „Inkontinenz ist sehr häufig heilbar“.

Bei einem Östrogenmangel verschreibt der Arzt Hormonpräparate, oft in Form von östrogenhaltigen Salben oder Zäpfchen. Gezieltes Beckenbodentraining stärkt sowohl den Beckenboden als auch die Schließfunktion der Blase und behebt oft schon nach wenigen Wochen leichte Formen der Blasenschwäche. Oft wird es auch ergänzend zu anderen Behandlungsmethoden eingesetzt. Pflanzliche Präparate wie Gingko oder Kürbissamenextrakt können die Blase stärken, ebenso wie homöopathische Tropfen. In schwereren Fällen verschreiben Ärzte zur Linderung der Beschwerden den Wirkstoff Duloxetin, der die Blasenschließmuskelfunktion verbessert. Auch Elektrostimulation kann helfen und, wie die anderen skizzierten Behandlungsmethoden, mitunter eine Operation vermeiden. Bei einer OP wird unter örtlicher Betäubung ein Kunststoffband zur Stützung der Harnröhre eingesetzt. Bei diagnostizierter Gebärmuttersenkung kann die Gebärmutter entfernt werden. In vielen Fällen reicht aber schon die Reduzierung von Körpergewicht aus, um eine leichte Blasenschwäche zu beheben, da dadurch die Muskulatur der unteren Beckenregion entlastet wird. Und bis zum Einsetzen eines Behandlungserfolges gibt es zu guter Letzt ja auch diverse Hygieneprodukte, die Blasenschwäche professionell auffangen.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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