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Burnout – Wenn der Stress überhand nimmt

Energieverlust, Gereiztheit, Schmerzen: Die Symptome für eine Erschöpfung sind vielfältig, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ebenfalls.

Viele Frauen trifft es im Winter. Vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit klagen viele Menschen über vermehrte Antriebslosigkeit und permanente Müdigkeit. Eine Erkältung oder Grippe schwächt den Körper oft noch zusätzlich, man kommt nur mühselig wieder auf die Beine. Zudem sorgen die dunklen Tage für Stimmungsschwankungen. 

Irgendwie hat immer alles geklappt: den Haushalt perfekt organisiert, die Kinder gut versorgt, und auch im Job erfüllte sie die Erwartungen. Doch in letzter Zeit merkt die 53-jährige Sarah M., dass sie sich ständig überfordert, reizbar, mutlos und erschöpft fühlt. Viele Frauen kennen diese Situation, die oftmals den Beginn eines Burnouts markiert. Vor allem im Winter klagen die Betroffenen über Energielosigkeit und Traurigkeit. Sie haben ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis und mehr Appetit als sonst. Aber auch in den Wechseljahren macht der veränderte Hormonhaushalt vielen Frauen zu schaffen. Diese leiden dann unter Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen oder Kraftlosigkeit.

Diese typischen Warnsignale der Erschöpfung werden oftmals lange Zeit verdrängt. Dabei ist es wichtig, dem Erschöpfungszustand auf den Grund zu gehen und frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Ärzte sprechen inzwischen von einer regelrechten Erschöpfungsspirale, in die immer mehr Frauen geraten.

Um sich besser zu fühlen, müssen die Betroffenen also zunächst die Ursache ihrer Erschöpfung herausfinden. Kompetente Hilfe leisten Beratungsstellen und Therapeuten, aber auch Ärzte. Für eine Diagnose untersuchen sie die Patientin gründlich, messen den Blutdruck und nehmen Blut ab. Anhand der Blutwerte lassen sich mögliche Erkrankungen erkennen, zum Beispiel eine Blutarmut, erhöhte Blutzuckerwerte oder Entzündungen. Nicht selten sind chronische Erschöpfungszustände auch Folge eines Vitamin-B-Mangels, dem durch eine spezielle, genau auf die Unterstützung von Zellstoffwechsel und Nervenfunktion abgestimmte Kombination von B-Vitaminen gegengesteuert werden kann. Bei dieser Aufbaukur wird dem Körper über einen Zeitraum von vier Wochen mit jeweils zwei Injektionen pro Woche genau die Dosis an B-Vitaminen zugeführt, die er für eine nachhaltige Erholung benötigt. Besonders wichtig sei die zeitgleiche Verabreichung von Folsäure zusammen mit B6 und B12. Darauf verweist Prof. Uwe Till, ein Spezialist für Biochemie und Professor für Medizinische Allgemeine und Klinische Pathobiochemie. „Ohne eine gleichzeitige ausreichende Versorgung mit Folsäure bleibt die Wirkung einer B12-Zufuhr unzureichend“, sagt er. „Zudem müssen die einzelnen Vitamin-Bausteine in Menge und Zusammensetzung exakt aufeinander abgestimmt sein.“

Grundsätzlich richtet sich eine gezielte Therapie der Erschöpfung nach ihrer Ursache. Sind Infekte für die Abgeschlagenheit verantwortlich, können neben Erholung gegebenenfalls Medikamente helfen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen erfordern ebenfalls eine ärztliche Behandlung. Auch Erschöpfung infolge von Stoffwechselerkrankungen und hormonellen Störungen bedürfen einer Therapie. Bei ungesunder Ernährung kann eine Ernährungsberatung sinnvoll sein. Sind Stress und andere psychische Ursachen naheliegend, empfiehlt es sich – neben Stressvermeidung und Entspannungstechniken – einen Therapeuten aufzusuchen. Und falls Medikamente die Erschöpfung verursachen, sollte mit dem Arzt besprochen werden, ob alternative Präparate in Betracht gezogen werden können. Grundsätzlich ist es jedoch immer ratsam, sich bei akuter Erschöpfung viel auszuruhen und auf eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Entspannung, Schlaf, ausgewogener Ernährung und körperlicher Bewegung zu achten.

Fakten

Fakten

Eine Studie zeigt, dass eine Vitamin-B- Kur sich auf Lebensgefühl und Zufriedenheit auswirken und Betroffene aus der Erschöpfungsspirale herausführen kann. Nach Abschluss der achtwöchigen Behandlung stellten die behandelnden Ärzte eine Besserung des Allgemeinbefindens im Durchschnitt um 88 Prozent fest.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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