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Klaus Zeh, Präsident des Deutschen Familienverbandes (DFV) KRANKHEITEN

"Familienleben braucht Zeit und einen sicheren finanziellen Rahmen" – Klaus Zeh

„Kinder brauchen die Geborgenheit und Zuwendung ihrer Eltern.“

Dass ihr Kind gesund aufwachsen und es gut haben möge, wünschen sich Eltern von jeher. Während die Sorge vor Krankheit, Hunger und Krieg frühe Epochen dominierte, geht es uns Westeuropäern heute vergleichsweise gut. Im Gegenteil: Bedürftige Menschen anderer Kontinente nehmen immense Risiken auf sich und hoffen, in Europa eine stabile und sichere Zukunft zu finden.

Was benötigen Kinder heute, um in Deutschland gesund aufzuwachsen? Sie brauchen die Geborgenheit und Zuwendung ihrer Eltern. Vertrauen, Bindung und Verlässlichkeit können aber nur gedeihen, wenn Eltern auch Zeit für ihren Nachwuchs haben. Und die ist mehr als knapp: Während das Leben mit Kindern Anwesenheit und Struktur verlangt, erwarten Arbeitgeber Mobilität und Erreichbarkeit rund um die Uhr. Leidet ein Familienmitglied zusätzlich an einer chronischen Krankheit, kommen Angehörige schnell an ihre Grenzen. Gerade dann brauchen Familien Unterstützung: Eltern- und Pflegezeit sind ein Anfang – doch vor allem die nur durch ein Darlehen ermöglichte begleitete Pflegezeit bedeutet für Familien eine riesige Belastung. Einen pflegebedürftigen Menschen zu Hause zu versorgen, ist ein Vollzeitjob. Zusätzlich finanzielle Sorgen zu haben, geht an die Substanz.

In der Öffentlichkeit fehlt oft das Verständnis für die zeitintensive Familienarbeit. Dabei sind Familien das Fundament unseres Landes. Unser Sozialversicherungssystem baut ausschließlich auf nachwachsende Generationen und würde ohne sie kollabieren. Eltern sichern doppelt ihren Fortbestand: Sie erziehen Kinder und leisten so einen generativen Beitrag. Er sorgt dafür, dass auch in Jahrzehnten Menschen in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen. Darüber hinaus zahlen Eltern Beiträge – diese sind genauso hoch wie für Menschen ohne Kinder. Das Bundesverfassungsgericht hat das schon 2001 als verfassungswidrig kritisiert und politische Konsequenzen gefordert – bisher ohne nennenswertes Ergebnis.

Herzlich

Ihr Klaus Zeh

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