Weekly News

Frauengesundheit – Aufgabe für jede Frau

Prävention sollte im gesunden Zustand anfangen.


Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Leiter der Hormonsprechstunde im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Frauengesundheit e.V. (dgf)

Sehr geehrte Leserin,

vor Ihnen liegt die Sonderausgabe zur „Frauengesundheit“, über deren Erscheinen ich mich als Frauenarzt und Präsident der „deutschen gesellschaft für frauengesundheit e. V.“ natürlich besonders freue! Seit 2009 haben wir mit unserer Gesellschaft etwa 900 FrauenärztInnen und -ärzte in einem eigens erschaffenen Curriculum zu „Präventionsmedizinern“ ausgebildet. Die Teilnehmer haben in dem Curriculum erlernt, wie sich Krankheiten vermeiden lassen und welche Maßnahmen für ein gesundes, langes Leben sinnvoll sind. Viele der Kollegen bieten in ihrer Praxis inzwischen Präventionssprechstunden für ihre Patientinnen an (Kontaktdaten unter www.frauengesundheit.de).

Letztlich haben wir Frauenärztinnen und -ärzte viele gesunde Patientinnen in unserer Praxis, die einer Prävention gegenüber sehr offen eingestellt sind. Und genau im gesunden Zustand sollte die Prävention anfangen: Ernährung, Bewegung und Lebensstil sind die wichtigsten Faktoren, wenn es um das Vorbeugen von Krankheiten geht. Wussten Sie, dass Raucher durchschnittlich 10 Jahre kürzer leben als Nichtraucher? In jeder Altersgruppe ab 40 Jahren sterben doppelt so viele Raucher wie Nichtraucher. Aber auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. So ist ein optimales Ernährungsverhalten nicht nur für das Gewicht entscheidend, sondern auch für die Zähne, die Haut und Haare. Es mehren sich sogar Hinweise, dass nicht nur die Laune das Essen beeinflusst („Frustfressen“), sondern die Ernährung über die Hormonproduktion von Darmbakterien auf die Laune einwirken kann. Dieser Einfluss der Ernährung ist auch sehr gut in der Schwangerschaft zu sehen, Frauen, die bereits zu Beginn der Schwangerschaft Omega-3-Fettsäuren einnehmen, haben einen unkomplizierteren Schwangerschaftsverlauf, die Kinder haben später seltener Allergien.

Das vorliegende Heft erlaubt es Ihnen, sich in kurzer Zeit einen Einblick in die typischen Frauenkrankheiten zu verschaffen. Aber es erlaubt Ihnen auch, mehr über die optimale Vorsorge und Behandlung verschiedener typischer Frauenprobleme zu erfahren.

Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre viel Freude! Und bitte denken Sie daran: Nutzen Sie die Möglichkeit der Vorsorgemaßnahmen und gehen Sie einmal jährlich zu Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt. Und eine weitere Bitte an die Leserinnen: Bitte schicken Sie Ihren Mann zur Vorsorge beim Urologen!

Teile diesen Artikel

Journalist

Prof. Dr. med. Kai J. Bühling

Weitere Artikel