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Gesund durch den Winter

Dr. med. Susanne Steinkraus, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Expertin für Ästhetische Dermatologie und Lasermedizin mit Privatpraxis in Hamburg-Harvestehude
Schutz für die Winter-Haut 

In der kalten Jahreszeit ist unsere Haut besonderen Beanspruchungen ausgesetzt. Lichtmangel, trockene Heizungsluft und der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Temperaturen in Räumen und draußen entziehen ihr Wasser. Bestehende Hauterkrankungen können sich nun verschlechtern, und auch bei Menschen mit an sich gesunder Haut treten mitunter Symptome auf. Die sogenannten Austrocknungsekzeme machen sich zunächst meist mit Juckreiz an den Beinen bemerkbar, doch die winterliche Kälte zeigt sich auch an den Händen. An diesen Stellen kühlt die Haut besonders schnell aus und wird dadurch schlechter durchblutet. In der oberen Hornschicht wird weniger Wasser eingelagert, die Produktion von Talgdrüsenfett, das die Haut schützt, sinkt. Der natürliche Regenerationsvorgang wird verlangsamt.

Um die Haut nicht zusätzlich zu „stressen“, sollte gerade jetzt nicht zu oft und nicht zu heiß geduscht werden. Weniger reinigendes Gel oder Seife, dafür mehr Pflegeprodukte nach der Dusche helfen vorbeugen. Körperlotionen und Handcremes mit nicht zu niedrigem pH-Wert und rückfettenden Wirkstoffen wie z. B. Urea 4–10 % unterstützen die natürliche Hautbalance.


PD Dr. Christof Iking-Konert, Leitender Arzt der Klinik für Rheumatologie und Immunologie im Klinikum Bad Bramstedt und Oberarzt Klinik für Nephrologie und Rheumatologie am UKE, Hamburg-Eppendorf

Trotz Rheuma gut durch den Winter 

Der Begriff Rheuma umfasst verschiedene Erkrankungen, die entsprechend auch unterschiedlicher Behandlung bedürfen. Gemeinsam ist ihnen, dass der Winter zu Verschlimmerungen führen kann. So haben Patienten, die unter alters- oder verschleißbedingten, degenerativen Formen leiden (= Arthrose), durch Kälte und Wind in der Regel im Winter stärkere Schmerzen. Thermalbäder oder Fangotherapien können hier helfen, warme Kleidung ist immer angebracht. Nicht ohne Grund verbringen viele ältere Menschen mit Arthrose die kalten Monate in südlicher Wärme, wo sie weniger unter Beschwerden leiden.

Auch Patienten mit immunologisch bedingtem, entzündlichem Rheuma können im Winter vermehrt unter Schmerzen leiden, wenn das Immunsystem z. B. stärker als zu anderen Jahreszeiten durch Viren- und Bakterieninfektionen beeinträchtigt wird, was dann Krankheitsschübe auslösen kann. Bei den entzündlichen Rheumaformen wie z. B. der Rheumatoiden Arthritis unter Immunsuppression empfehlen wir daher, sich rechtzeitig gemäß den STIKO-Impfempfehlungen gegen Erkrankungen wie Grippe impfen zu lassen, um Infekte zu vermeiden. Treten Symptome einer Infektion auf, sollten Betroffene frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Ebenfalls wichtig sind ein gesunder Lebensstil u. a. mit vitaminreicher Ernährung und viel Bewegung. 


Dr. Sven Schröder, Geschäftsführer des HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Eine starke Abwehr mit TCM

Winterliche Temperaturen machen uns anfälliger für Erkältungskrankheiten: Wenn Kälte in den Körper eindringt, reduziert dies die Feindurchblutung, der Energiefluss stagniert, das Immunsystem arbeitet nicht optimal. Machen sich erste Symptome bemerkbar, kann man die Abwehr durch die Wahl der Lebensmittel und ihrer Zubereitung unterstützen. Ein Tee mit frischem Ingwer spendet zum Beispiel von innen heraus Wärme, seine Wirkstoffe fördern die Durchblutung in den Bronchien. Die Heilpflanze ist zudem reich an Mineralstoffen und Vitaminen.

Warm zubereitete Speisen – gern auch bereits ein warmer Getreidebrei zum Frühstück – belasten den Körper weniger. Eine Hühnersuppe, am besten mit dem ganzen Huhn lange gekocht, wirkt kräftigend und fördert die Infektabwehr. Kuhmilch hingegen kann die Atemwege zusätzlich verschleimen und den Darm belasten. Und noch ein hilfreicher Tipp aus der chinesischen Medizin: Ist die Nase verstopft, hilft es, mit den Fingern die Akupressurpunkte in der Falte der Nasenflügel für etwa dreißig Sekunden zu drücken. Danach kann man in der Regel wieder erheblich freier atmen.  

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Journalist

Nicole Bitkin

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