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Der Gesundheits-Check-up soll auch den allgemeinen Fitness- und Gesundheitszustand ermitteln. HEALTHCARE

Gesundheits-Check-ups: Immer noch zu wenig Menschen nutzen diese Möglichkeiten

Vorsorge ist besser als Heilen – doch diesen allgemeingültigen Ratschlag nehmen immer noch viel zu wenig Menschen ernst.    

Niemand sollte sich darauf verlassen, stets gesund zu sein, denn viele Herz-Kreislauf-Beschwerden kommen nicht aus heiterem Himmel, sondern sind häufig Folge sogenannter Zivilisationskrankheiten. Vor allem bei der Früherkennung hat sich die Medizin in den letzten Jahren rasant entwickelt: So sind chronische Stoffwechselerkrankungen, aber auch Krebs, Erkrankungen der inneren Organe oder Fettstoffwechselerkrankungen heutzutage viel früher zu diagnostizieren als noch vor einigen Jahren. 

Grundsätzlich gilt: Wer 35 Jahre und älter ist, hat das Recht, alle zwei Jahre einen Gesundheits-Check-up bei sich vornehmen zu lassen, dessen Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dieser sogenannte Check-up 35+ kann sowohl beim Hausarzt als auch beim Internisten durchgeführt werden.

Geringe Bereitschaft

Doch die Bereitschaft, sich alle zwei Jahre untersuchen zu lassen, ist in Deutschland noch sehr gering, wie eine taufrische Untersuchung soeben ergab. „Viele Menschen sind skeptisch, ob Früherkennung tatsächlich etwas bringt und nicht unnötige Ängste schürt. Deshalb werden solche Screenings in Studien geprüft und die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur, was erwiesenermaßen mehr nutzt als schadet“, erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Beim Gesundheits-Check-up gehe es vor allen Dingen darum, Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Diabetes mellitus rechtzeitig zu diagnostizieren. Wichtig ist dies vor allem auch für Menschen, die von Vorerkrankungen von anderen Familienmitgliedern wissen.

Doch der Gesundheits-Check-up hat nicht nur die Funktion der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten, sondern soll auch den allgemeinen Fitness- und Gesundheitszustand ermitteln und zudem früh- und rechtzeitig mögliche gesundheitliche Risiken, die sich durch Lebens- und Arbeitsweisen ergeben, aufzeigen.

Zusatzleistungen

Neben den kassenärztlichen Leistungen ist es in den meisten Praxen auch möglich, weitere Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der Ganzkörperchecks als Zusatzleistungen in Anspruch zu nehmen. Hierzu gehören beispielsweise erweiterte Laboruntersuchungen, Ruhe- und Belastungs-EKGs, Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, der Nieren und der ableitenden Harnwege oder Ultraschalluntersuchung der Halsschlagarterie. Zudem kann man auch ein Ganzkörper-MRT, einen sogenannten Bodyscan, durchführen lassen. Die Daten, die in diesem Scan ermittelt werden, dienen zur Krebs-Vorsorgeuntersuchung bei der Erkennung von systemischen Erkrankungen wie zum Beispiel Lymphomen und Metastasen, aber auch als Vorsorgeuntersuchung für das Gefäßsystem des Menschen oder zur Schlaganfallrisikofrüherkennung. Diese Untersuchungen können allerdings nur in Praxen oder Kliniken vorgenommen werden, die die entsprechende hochwertige Technik vorhalten.

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Journalist

Frank Tetzel

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