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Durch Haar-Roboter sind Eigenhaartransplantationen einfach und effizient. KRANKHEITEN

Haartransplantation mit ARTAS-Roboter gegen die Stirnglatze

Jürgen Klopp hat es getan, Benedikt Höwedes und auch Silvio Berlusconi: Sie sind zum Schönheitschirurgen gegangen, um sich ihre eigenen Haare verpflanzen zu lassen.

Die Hormone sind an allem schuld: Sie sind der Hauptgrund des „androgenetisch“ bedingten Haarausfalls, der auf einer erblich bedingten Überempfindlichkeit gegen das männliche Hormon Dihydrotestosteron beruht. Diese führt neben Stress, Hormonumstellungen, Krankheiten und Mangelernährung dazu, dass sich bei vier von fünf Männern im Laufe des Lebens das Haar auf dem Kopf lichtet – manchmal bereits mit 18 Jahren.

Ab dem 20. Lebensjahr sinkt beim Mann die Dichte der Haarfollikel, aus denen noch Haare wachsen. Die Haare fallen aus, neue Haare wachsen langsamer oder gar nicht mehr nach. Zuerst entstehen Geheimratsecken, dann lichtet sich das Haar auf dem Oberkopf. Am resistentesten bleibt ein Streifen zwischen beiden Ohren am Hinterkopf stehen. Auf einer gesunden Kopfhaut wachsen im Schnitt 70 bis 100 follikuläre Einheiten auf einem Quadratzentimeter, bei starkem Haarausfall kann man oft die einzelnen Haare auf dieser Fläche mit dem bloßen Auge zählen.

„Wenn bei jungen Männern plötzlich die Kopfhaut durchschimmert, sollten sie sich zuerst gründlich untersuchen lassen, um Krankheiten, Vitaminmangel und Übersäuerung auszuschließen“, sagt Dr. Afshin Moheb, Facharzt für plastische und ästhetische Gesicht- und Kopfchirurgie und Experte für Haartransplantationen. „Hier gibt es bereits wirksame Therapien.“ Hilfreich kann eine lokale Tinktur mit dem ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelten Wirkstoff Minoxidil sein, oder Tabletten wie Finasterid bzw. Dutasterid.

Die Mittel werden über mehrere Monate bis Jahre täglich auf die Kopfhaut geträufelt bzw. eingenommen. Setzt man sie ab, fallen die Haare meistens wieder aus. Herkömmliche Lotionen und Shampoos helfen in der Regel kaum.

Eine wesentlich erfolgreichere Methode ist eine Haartransplantation. Dr. Moheb behandelt Geheimratsecken, Stirnglatzen und andere kahle Stellen mit dem neuesten „Haar-Roboter“ aus den USA, der dort seit 2011 zugelassen ist. Dieser technisch innovative ARTAS-Roboter revolutioniert bisherige Arten der Haartransplantation auf beeindruckende Weise, denn er kommt mit deutlich weniger Schmerzen, Wundinfektion und Narbenbildung aus. Dazu wird zuerst der Hinterkopf des Patienten gescannt, damit ARTAS die vitalsten Haare erfasst.

Dank der ARTAS-Technologie liegt die Verschnittrate bei nur fünf bis acht Prozent, während sie bei herkömmlichen Methoden 30 Prozent erreichen kann.

Die entnommenen Grafts (ein bis vier Haare) werden im präzise errechneten Austrittswinkel entnommen, vom Chirurgen aufbereitet und dann in die vorher angebrachten, winzigen Löcher an den kahlen Stellen eingesetzt. Diese minimalinvasive Methode wird ambulant durchgeführt und dauert nur vier bis acht Stunden. Um eine möglichst natürlich aussehende Haarlinie zu bekommen, wird der Haarverlauf sorgfältig auf der dreidimensionalen Abbildung des Kopfes am Computer eingezeichnet, bevor das Einsetzen der Grafts beginnt. ARTAS entnimmt nur 12 bis 15 Prozent der vorhandenen Haare am Hinterkopf, sodass der Behandlungserfolg bereits nach wenigen Monaten sichtbar wird.

Fakten

Fakten

ARTAS-Roboter gibt es in Deutschland nur bei Dr. Afshin Moheb in Hamburg, bei Dr. Darius Alamouti in Herne und bei Dr. Frank G. Neidel in Düsseldorf.

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Journalist

Katja Deutsch

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