Weekly News

Sind Holzhäuser die Zukunft? HEALTHCARE

Innovative Baumöglichkeiten

Ein Energiepass für Gebäude bietet bei Bauprojekten gute Orientierung. Klimaeffizienz ist fast selbstverständlich. Höchste Zeit, dass Wohngesundheit auch gemessen und zertifiziert wird.

Ein klimafreundliches Eigenheim ist viel mehr als nur ein Haus mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Jede Entscheidung vor und während der Bauphase kann durch ökologische Aspekte beeinflusst werden. Wählt man Naturmaterialien wie Holz oder Stroh, kann man diese auch in der Region finden. Strebt man statt einem Niedrigenergiehaus ein Plusenergiehaus an, kann man auf eine konventionelle Heizung verzichten. Neben Solaranlagen und Mini-Windrädern gibt es auch ganz simple CO2-Sparmaßnahmen wie eine strategisch angelegte Dachbegrünung.

Bietet es sich beim eigenen Grundstück an, kann man auch Wärmepumpen installieren, die die Erdwärme für die Temperaturregulierung im Gebäude nutzen. Es gibt viele technische Möglichkeiten, um nicht nur Energie zu sparen, sondern auch einen Überschuss an Strom zu produzieren. Das sollte allerdings nicht das einzige Ziel sein. Je mehr natürliche Materialen verbaut werden, desto nachhaltiger ist das Haus auch schon in der Herstellung und – nicht zu vergessen – desto besser ist es für das Wohlbefinden der Bewohner.

Den Traum vom klimafreundlichen Heim erfüllen sich viele Deutsche. Doch oft entwickeln sich die ersten Monate in der neuen Umgebung ganz anders als in der Wunschvorstellung. Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder allergische Reaktionen können Symptome dafür sein, dass sich in der Raumluft etliche gefährliche Stoffe befinden. Das können Schimmelsporen sein, Ausdünstungen von Dämmmaterialen oder einfach unangenehme Gerüche von falsch gewählten Wandbelägen. Es gibt keine einheitlichen Richtlinien und jedes Bauunternehmen kann somit den ökologischen Rahmen selbst definieren. Das bedeutet oft eine positive CO2-Bilanz, wenn das Gebäude fertiggebaut ist. Der Herstellungsprozess und die Zusammensetzung der Materialen werden allerdings häufig genug aus der Rechnung heraus gehalten. Auch wenn der Grundstoff Holz ist, kann es zum Beispiel passieren, dass eine Baufirma die Fenster mit Chemiegemischen verklebt. Das geht nicht nur zulasten der Nachhaltigkeit, sondern entwickelt sich im schlimmsten Fall zum Nachteil für die menschliche Gesundheit. Wenn das Haus erst einmal steht, lassen sich größere Mängel nur noch mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand beheben. Deswegen sollte man bei aller Vorfreude der Planungsphase genügend Zeit geben. Die Meinung von Experten ist für jeden Bauherrn und jede Bauherrin ausschlaggebend. Nicht unterschätzen sollte man hier die Baubiologen. Wenn sich Keime und andere krankheitserregenden Stoffe bereits ausgebreitet haben, ist der Anruf beim Fachmann fast schon zu spät. Schon bei der Grundstückswahl kann die Meinung von Baubiologen helfen. Denn sie erkennen nicht nur vorhandene Schadstoffe, sondern auch potenzielle Gefahrenquellen. Ebenso hilft ihre Erfahrung bei der Auswahl der Baumaterialen außen wie innen. Wenn man nicht eine direkte Empfehlung aus dem Bekanntenkreis hat, ist es ratsam, sich an einen Berufsverband zu wenden, da „Baubiologie“ kein staatlicher Ausbildungsberuf ist. Dann kann man sicher sein, dass die aktuellsten Messtechniken angewandt werden, um zum Beispiel auch die Belastung durch Elektrosmog zu bestimmen oder ganz klassisch den Verlauf von Wasseradern aufzuzeigen.

Klimaschutz und Wohngesundheit hängen eng zusammen, wenn man die Nachhaltigkeit bis ins Detail betrachtet. Es kommt nicht nur auf die großen Anlagen an. Die Wahl betrifft zum Beispiel auch Farben und Lacke. Werden die deklarierungspflichtigen Mengen unterschritten, muss man bestimmte Inhaltsstoffe nicht ausweisen. Das erschwert natürlich die Lage für den Verbraucher. Ohne Fachwissen ist ökologisches Bauen kaum zu bewältigen. Die fehlende Transparenz der Hersteller, Bauunternehmer und die ziemlich großzügig gesetzten Grenzen der Politik machen es Privatleuten sehr schwer, den Überblick zu behalten. Noch ist es nötig, die Investition zu wagen und Experten zu konsultieren: beim Hausbau, dem Wohnungskauf und jeder Art von Sanierung.

Teile diesen Artikel

Journalist

Angela Ölscher

Weitere Artikel