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Dr. Thomas Hübner, Gründer und Geschäftsführer der Preventicus GmbH KRANKHEITEN

Interview mit Dr. Thomas Hübner über Schlaganfall-Prävention

Herr Dr. Hübner, was kann Ihre App Preventicus Heartbeats?
An einem Schlaganfall zu sterben ist die zweithäufigste Todesursache weltweit. Die Hauptursache sind kleine Blutgerinnsel, die im Vorhof des Herzens entstehen, sich dann plötzlich lösen und die Adern im Hirn verstopfen.
Solche Blutgerinnsel können sich bilden, wenn das Herz nicht rhythmisch arbeitet. Unsere App kann schon kleinste Rhythmusstörungen erkennen. Das Herz kann durchaus mal aus dem Takt geraten. Im Gegensatz zu den sogenannten Fitness-Trackern werden hier die Pulskurven präzise gemessen und ausgewertet. Bei häufigem Auftreten von unregelmäßigen Herzschlägen warnt die App mit einer gelben Ampel (Verdacht auf leichte Herzrhythmusstörung). Und bei einem Verdacht auf absolute Arrhythmie, insbesondere Vorhofflimmern, warnt eine rote Ampel.
Wir haben in jahrelangen Studien und Forschungsprojekten einen Algorithmus entwickelt, der nahezu EKG-genau misst. Unsere App ist als Medizinprodukt der Klasse 1 zugelassen.

Wer sollte sich die App herunterladen und wie oft sollte der Puls gemessen werden?
Jeder über 55 gehört einer gewissen Risikogruppe an. Auch Diabetiker, Patienten mit Bluthochdruck und auch Frauen in den Wechseljahren sollten die App anwenden. Es gibt zwei Möglichkeiten – Entweder misst man zweimal am Tag seinen Puls mit der App über einen Monat, oder alle zwei Tage für ein Vierteljahr. Die App erinnert die Nutzer regelmäßig eine neue Messung durchzuführen. Alle Ergebnisse werden als PDF gespeichert. So haben die Nutzer eine Art kleines EKG jederzeit zum Messen in der Hand.

Die Nutzung der App kostet Geld, gibt es schon Modelle mit Krankenkassen, die die App empfehlen?
Ja wir haben zwei Kassen, eine private und eine gesetzliche mit im Boot. Dort bekommen die User dann von ihrer Kasse einen Freischaltcode für drei Monate, machen ihre Messungen und können dann mit ihrem Hausarzt oder Kardiologen anschließend die Auswertung vornehmen. Die App ersetzt auf keinen Fall einen Arzt und die Auswertung der App führt auch nicht sofort zur medikamentösen Behandlung (z. B. Gerinnungshemmende Mittel). Das ist immer und ausschließlich die Sache des Arztes. Die App ist ein super Hilfsmittel um den Herzrhythmusstörungen auf die Schliche zu kommen.    

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Journalist

Jörg Wernien

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