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Krankheiten werden heutzutage mit High-tech erforscht. HEALTHCARE

Medizin 2.0 – medizinische Forschung in Deutschland

Die Forschung ist ein wesentlicher Bestandteil der klinischen Medizin, um alten, aber auch nahezu unbekannten Krankheitsbildern auf den Grund zu gehen.

Heilmittel, Medikamente oder auch Therapieverfahren müssen grundsätzlich ihre Sicherheit und Wirksamkeit an Menschen unter Beweis stellen, bevor sie in vollem Umfang zum Einsatz kommen dürfen. Unter streng regulierten und kontrollierten Bedingungen können inzwischen vielseitige klinische Studien in Deutschland angewendet werden. Erfahrene Ärzte führen diese medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen durch und betreuen von Beginn an die nach strengen Kriterien ausgewählten Probanden. Hat sich erstmals ein neuer Wirkstoff im Tierversuch als heilsam gegen eine bestimmte Krankheit erwiesen, wird er unter streng kontrollierten Bedingungen in mehreren Stufen an Probanden getestet. Im Vordergrund steht dabei grundsätzlich die Sicherheit der zu testenden Personen. Daher entscheidet eine Ethikkommission darüber, ob Laborergebnisse in eine klinische Studie überführt werden und welche Patienten und Probanden als potenzielle Teilnehmer sich den Untersuchungen unterziehen dürfen. Um Missbrauch entgegen zu wirken und die Teilnehmer zu schützen, hat der Gesetzgeber strenge Regularien für derartige Forschungen erlassen.

Allerdings ist ein medizinischer Fortschritt, um bestimmte Krankheitsbilder zu bekämpfen, ohne klinische Studien nicht denkbar. Medizinische Forschungseinrichtungen und Universitätskliniken sind zum Wohl der Allgemeinheit daran interessiert, dass ein neues Medikament, ein Therapie- oder Diagnoseverfahren besser, effizienter und zuverlässiger als die bestehenden medizinischen Standards wirken. Krebs stellt in seiner mutierenden Vielfalt die Mediziner und Wissenschaftler immer wieder vor neue Herausforderungen. Jüngst konnte erstmals ein Verfahren getestet werden, bei dem sich Nanopartikel erfolgreich als Transporteinheit für mitgeführte Wirkstoffe erwiesen haben. Hierbei wurden die bestimmten Stoffe gezielt im Lungengewebe abgesetzt – genau im Bereich des Lungentumors. Allerdings gibt es neben der klassischen Grundlagenforschung auch den Bereich der Anwendungsforschung. Hier wurde in den unterschiedlichsten Feldern geforscht, u. a. um Verfahren für die Parkinson-Erkrankung zu entwickeln. Fitness-Spiele, sogenannte Exergames, seien auch ein neuer Therapieansatz zur Sturzprävention bei Menschen mit dieser neurodegenerativen Erkrankung. Diese Patienten könnten im Frühstadium ihrer Erkrankung durch computergestützte Spiele wie dem virtuellen Tennis, Bowling, Skislalom oder diversen Balancespielen ihre Bewegungsabläufe verbessern. Ähnliche Verfahren werden heute bei Kontrollpatienten durch eine herkömmliche Physiotherapie angewendet. Computer spielen aber nicht nur bei Therapieverfahren eine enorm wichtige Rolle. Sie sind aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken und haben in nahezu allen Bereichen wichtige Aufgaben übernommen. Neben der klassischen Kommunikationstechnologie zur Datenverarbeitung und Speicherung wird ein speziell mit mobiler Hochleistungs-Kommunikationstechnik ausgestatteter Rettungswagen bei Notfällen eingesetzt. Wenn zeitgleich kein Notarztwagen zur Stelle sein kann, werden die Rettungssanitäter bei der Erstversorgung der Patienten von einem Tele-Notarzt in der Leitstelle unterstützt. Dieser macht sich anhand übermittelter Vitalfunktionen sowie Videosequenzen und Fotos ein Bild von der Situation vor Ort und kann ärztlich fundierte Entscheidungen treffen.

Darüber hinaus können aber auch medizinische Daten wie Blutdruck und Puls mittels Mobiltechnik regelmäßig an den Hausarzt übermittelt werden, sodass dieser bei einer Verschlechterung der Werte rechtzeitig eingreifen kann. Diese neuen Versorgungskonzepte für den Patienten sind ein Thema der Versorgungsforschung, die sich einer immer effizienteren Nachsorgebetreuung widmet.

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Journalist

Enno Heidtmann

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