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Für Patienten, die beispielsweise in ländlichen Gegenden leben, ist diese Möglichkeit eine gute Alternative. HEALTHCARE

Medizinische Diagnose durch digitialen Fortschritt

Ein neues Gesetz macht in der Gesundheitsbranche von sich Reden. Online zur Diagnose, das kann vor allem in ländlichen Gegenden zu einer verbesserten medizinischen Grundversorgung führen.

Vielfach wurde es diskutiert und mit dem Gesetzesentwurf zum neuen E-Health-Gesetz soll das bundesdeutsche Gesundheitssystem den Schritt in das digitale Zeitalter gehen. Der Entwurf sieht aber auch vor, dass bei einer Gegenwehr von Ärzten, nach Ablauf einer etwaigen Schonfrist mit entsprechenden Leistungskürzungen zu rechnen ist. Das Bundesgesundheitsministerium sieht vor, die Telemedizin zu stärken und unter Einsatz von audiovisuellen Kommunikationstechnologien die Zukunft der medizinischen Grundversorgung vor allem in ländlichen Regionen Deutschlands zu stärken. Hierbei soll trotz einer räumlichen Trennung zwischen Arzt und Patient eine diagnostische Konsultation angeboten werden, bis hin zum medizinischen Notfalldienst. Diese Form der medizinischen Konsultation gibt es allerdings schon in einigen europäischen Ländern, bis hin zur digitalen Behandlung in Großbritannien.

Die technische Umsetzung erfolgt z.B. mit der Videoplattform Doctor On Demand. Hier findet man ausschließlich Ärzte und Psychologen, die sich inhaltlich auf eine Ferndiagnose spezialisiert haben. Den Arzt hören und sehen, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen, das ist eine Alternative für Menschen, die räumlich stark von der nächsten medizinischen Versorgung getrennt sind. Die fachliche Kompetenz der Mediziner auf dieser Plattform wird durch zusätzliche Schulungen und einer fortlaufenden Qualitätssicherung verstärkt. Eine weitere Möglichkeit, sich online medizinisch fachlich beraten zu lassen, ist Dr.Ed. Über eine kurze Anmeldung auf der Webseite gelangt man zu den Alternativen der schriftlichen, mündlichen, oder sogar audiovisuellen Beratung. Rund um die Uhr können Fragen gestellt werden, die je nach Tageszeit und Wochentag innerhalb einer Stunde beantwortet werden.

Die Kommunikation bei Dr.Ed erfolgt ausschließlich über ein vertrauliches Online-Konto. Patientenangaben werden hierbei verschlüsselt übertragen und verschlüsselt gespeichert. Eine andere kostenpflichtige Alternative in der Telemedizin ist das „Digital Health“-Unternehmen Medlanes, das seinen Sitz in Deutschland hat und den europäischen Markt fokussiert. Auch hier handelt es sich um eine Onlineplattform, auf der zunächst eine schriftliche Kommunikation zwischen Patient und Arzt besteht.

Medlanes versteht sich selbst als Informations- und Beratungsplattform, auf der Fachärzte aus den verschiedensten Bereichen mit dem Nutzer in Kontakt treten können. Eine detaillierte Abfrage wird dann entsprechend der medizinischen Kompetenz an den entsprechenden Arzt weitergeleitet und beantwortet. Zahlreiche Startups nehmen die Chancen der Telemedizin ernst. Zukünftig können deutsche Privatpatienten auch damit rechnen, dass die entstandenen Kosten durch ihre Krankenkasse übernommen werden.

Fakten

Fakten

• 10 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzte sind der Meinung, dass die Bedeutung der Telemedizin künftig stark zunehmen wird.

• Experten sprechen schon heute davon, dass dem telemedizinischen Austausch eines Arztes mit anderen Spezialisten in zehn Jahren eine „eher große Rolle“ zukommen wird.

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Journalist

Enno Heidtmann

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