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Schonende Frakturheilung

Die Rekonvaleszenz nach einer Fraktur zu beschleunigen und für den Patienten schonender zu gestalten, dieses Ziel lässt sich mit einer innovativen Technologie zur Stabilisierung des Bruchs erreichen.

Wie ein Korkenzieher wird dabei ein limitiert flexibler Markraumstabilisator aus chirurgischem Stahl zur Fixierung in die Medulla gedreht. Geeignet ist das Implantat, das vom Unfallchirurgen und Knochenspezialisten Prof. Dr. Reiner Labitzke gemeinsam mit einem renommierten Federnhersteller entwickelt wurde, für die Behandlung von Schaftfrakturen langer Röhrenknochen in den Oberarmen oder für das Schienbein im Bereich des zweiten bis vierten Sechstels.

Gegenüber dem herkömmlichen Verfahren, gebrochene Knochen durch das Einschlagen steifer Marknägel zu stabilisieren, hat das minimalinvasive Implantieren des limitiert flexiblen Markraumstabilisators entscheidende Vorteile: Durch sanftes Eindrehen in die Medulla entlang eines an den Enden abgerundeten Leitstabs kann das Spleißen des Knochens vermieden werden. Das Knochenmark muss nicht entfernt werden und nimmt auch keinen Schaden: Es wird lediglich verdrängt. Zu den ursprünglichen Bruchverletzungen addiert sich so nicht auch noch die Zerstörung des intramedullären Blutgefäßsystems.

Für den Patienten ist das gesamte Verfahren schonender: Die Operationszeit verkürzt sich im Mittel auf 30 Minuten gegenüber durchschnittlichen 102 bzw. 108 Minuten bei Verwendung von steifen Marknägeln in Oberarm oder Schienbein. Da der limitiert flexible Markraumstabilisator nicht verriegelt wird, werden dem Patienten häufige Röntgenkontrollen während der Operation erspart. Die physiologischen Minibewegungen der Feder im Mikrobereich regen zudem die Osteoblasten aktiv zur Kallusbildung an und tragen zu einer schnellen Heilung der Fraktur bei. Nach vier bis acht Wochen sind Brüche des Oberarmknochens in der Regel ausgeheilt, Schienbeinbrüche nach drei bis vier Monaten.

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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