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Heiner Lauterbach, Schauspieler und Buchautor KRANKHEITEN

Sport und Erfolg statt wilde Party-Exzesse

Jahrelang lebte Heiner Lauterbach als trinkfreudiger Draufgänger, der keine Gelegenheit zum Feiern verstreichen ließ. Bis er Viktoria traf und sein Leben radikal änderte.

„Was ich geschafft habe, können auch andere schaffen.“

Heute fühlt er sich besser denn je, gesund und fit – und das sieht man dem 62-jährigen Schauspieler auch an. Dabei gab es viele Jahre lang nur eine Richtung im schnellen Leben von Heiner Lauterbach: Spaß haben, feiern, Party machen, Alkohol trinken, Drogen nehmen, wenig schlafen, noch mehr trinken. Das kann man in jungen Jahren vielleicht noch gut wegstecken, je grauer die Schläfen aber werden, desto länger dauert die Regeneration. „Hätte ich so weitergemacht, wäre ich zugrunde gegangen“, sagt er. Doch dann lernt er in einem italienischen Restaurant in München die gebürtige Libanesin Viktoria kennen, verliebt sich unsterblich in sie und ändert sein Leben. Denn die damals 29-jährige hat weder Interesse an Alkohol noch an rauschenden Partys voller Betrunkener. Dafür sieht sie als ehemaliges Playmate fantastisch aus, achtet auf ihre Ernährung und treibt Sport. „Wann ich das erste Mal nach Hause gegangen bin anstatt einfach mit den anderen weiter zu trinken, weiß ich gar nicht mehr“, sagt der vielbeschäftigte Schauspieler. „Das ist ja so ein schleichender Prozess.“ Gefühlt „eine Million Mal“ sei er seitdem nüchtern vom Tisch aufgestanden und gegangen. Leicht war es anfangs nicht, aber seine abstinente neue Frau war der beste Ansporn, um durchzuhalten.

Inzwischen ist er glücklicher und dankbarer Vater einer 12-jährigen Tochter und eines 8-jährigen Sohnes und genießt sein Familienleben. Und ist dabei sogar zum Fitnessguru avanciert, der zusammen mit Frau Viktoria das Buch „Forever fit“ herausgegeben hat. Heiner Lauterbach stellt darin drei Workouts mit unterschiedlichen Levels vor, Viktoria Lauterbach zeigt den neuen Fitnesstrend Tabata aus den USA. „Zusammen schwitzen schweißt zusammen“ ist das Credo des Buches, das schon so manches andere Paar aus dem Freundeskreis der beiden überzeugt hat.

„Was ich geschafft habe, können auch andere schaffen“, glaubt er. In seinem Haus am Starnberger See trainiert der erfolgreiche Schauspieler fünfmal die Woche eineinhalb Stunden in seinem eigenen, kleinen Fitness-Studio. „Das ist nur ein paar Schritte von der Küche entfernt“, lacht er. „Und wenn ich hier trainiere, macht mein Kleiner oft mit – natürlich macht er dabei auch jede Menge Quatsch.“ Zusätzlich geht er regelmäßig joggen.

Gerade hat er sieben lange Wochen in Marokko an seinem neuen Actionthriller „Rache“ gedreht. „Nach einem langen und anstrengenden Drehtag ist es für mich aber nicht sinnvoll, sich um 10 Uhr abends noch ins Fitness-Studio zu quälen. Da muss man auch ein bisschen seinem Körper vertrauen und auf ihn hören.“ Eine gewisse Art von Trägheit, die müsse man überwinden, ganz klar. Aber sich richtiggehend zu zwingen, ergibt für ihn keinen Sinn.

Mit den Jahren hat sich auch die Filmbranche ganz schön geändert, so viel getrunken wie früher wird schon lange nicht mehr, vor allem nicht mehr vom Nachwuchs. „Die sind viel spartanischer und zielorientierter als wir das waren. Aber die Zeiten sind auch härter. Wer nicht diszipliniert arbeitet, bringt es nicht weit. Denn draußen stehen immer schon drei andere, die den Job übernehmen wollen und dabei nicht saufen“, sagt der vielbeschäftigte Filmschauspieler.

Auch die beiden Kinder waren ein Grund, sein Leben umzustellen. „Wenn man eine Entscheidung dahingehend trifft, dann will man schon bewerkstelligen, dass man seinen Kindern über einen gewissen Zeitraum auch ein Vater sein kann“, sagt Heiner Lauterbach. „Und ich bin schon so ein Familienmensch und wollte schon früh im Leben eigene Kinder haben“.

Wie blickt er heute auf seine wilden Jahre zurück? Er überlegt und sagt dann: „Der Vorteil meiner Vergangenheit besteht ja unter anderem darin, dass meine Kinder mir alles vorwerfen können, außer dass ich nicht weiß, wovon ich spreche, wenn es um Alkohol und Drogen geht. Ich glaube, das ist ein entscheidender Vorteil. Die Argumente, die wir haben, sind ja nicht von der Hand zu weisen. Viele sagen: Lass die Finger weg von Drogen, haben aber niemals welche genommen. Die reden ja wie ein Blinder von den Farben. Da kann ich sie eben auch aufklären, ich denke schon, dass das hilft.“

Einige fundamentale Ratschläge aus seinen Büchern versucht der Schauspieler auch seinen Kindern zu vermitteln, zum Beispiel, dass es ein sehr schönes Gefühl ist, sich ein Ziel zu setzen und das zu verfolgen. „Und dieses Ziel auch zu erreichen, am Ziel anzukommen – das ist eine sehr schöne Erfahrung. Denn es ist Deine ureigene Entscheidung, ob Du rauchst oder nicht rauchst, ob Du Klavier spielen lernst, weil Du es willst, oder nicht.“ Heiner Lauterbach hat entschieden, Klavierspielen zu lernen und gut zu werden. Im letzten Jahr wurde er zum „Klavierspieler des Jahres“ gewählt. Und das, obwohl er 2013 und 2014 insgesamt neun Filme gedreht hat.

Fakten

Fakten

Name: Heiner Lauterbach
Geboren: 10. April 1953 in Köln.
Werdegang: Arbeitete nach Schauspielausbildung zuerst als Synchronsprecher, seit Mitte der 1970er Jahre spielt er reihenweise in Fernseh- und Kinofilmen mit.
Erhielt viele Auszeichnungen und veröffentlichte zwei Autobiographien: „Nichts ausgelassen“, „Man lebt nur zweimal“ und den Fitnessratgeber „Forever fit“.

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Journalist

Katja Deutsch

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