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Starke Männer stehen zu ihren Schwächen

Prof. Dr. Frank Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG)

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Männer müssen stark sein – um diesem (Selbst-)Bild zu entsprechen, schadet man sogar seiner eigenen Gesundheit. Viele Männer verzichten auf Vorsorgemaßnahmen, sehen über Krankheitssymptome hinweg und gehen im Alltag Risiken ein, die Frauen eher vermeiden: Sie rauchen häufiger, trinken mehr Alkohol, ernähren sich ungesünder und konsumieren öfter als Frauen Drogen oder aufputschende Medikamente. Männer benutzen eher ihren Körper, um Ziele zu erreichen – das ist einer von vielen soziologischen wissenschaftlichen Erklärungen für ihr höheres Risikoverhalten. Vom vermeintlich „schwachen Geschlecht“ könnten Männer deshalb vor allem eines lernen: dass es ein Zeichen von wahrer Stärke ist, sich die eigenen Schwächen einzugestehen.

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ Der Leitsatz des Philosophen Arthur Schopenhauer ist gerade für alternde Männer eine oft plötzliche und schmerzliche Erfahrung. Wer hingegen schon im besten Mannesalter für die Zukunft vorsorgt, kann sich dieses Leid in aller Regel ersparen. Zu einem gesunden Lebensstil braucht es nicht viel: regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein Quäntchen Vernunft. Weder Alkohol noch Nikotin helfen gegen den beruflichen Stress, körperliche Aktivität (und sei es nur die Treppe und nicht den Aufzug zu nehmen) ist viel effektiver. Man muss nicht jeden Tag Berge von Fleisch verzehren, Fisch und Gemüse sind eine schmackhafte Ergänzung sowie ungleich gesünder. Und: Arbeit ist zweifelsohne wichtig, aber Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, ist ebenso wichtig.

Männer, die ihren Lebensstil beizeiten umstellen, berichten schon bald von einer überraschenden Erfahrung: Sie fühlen sich lebhafter, dynamischer und stärker als jemals zuvor. Der vermeintliche Verzicht entpuppt sich als Gewinn und der Gewinn als eine Investition in die Zukunft. Gesunde Männer leben nicht nur länger, sondern haben auch länger Freude an ihrem Dasein! Die Devise muss lauten: Nicht nur dem Leben mehr Tage geben, sondern dem Tag mehr Leben.

Karriere und Privatleben in Einklang zu bringen ist mitunter nicht einfach. In der vorliegenden Sonderpublikation geben wir Ihnen Tipps, wie Sie sich Ihre Gesundheit trotz aller Anforderungen in Ihrem Beruf erhalten. Darüber hinaus informieren wie Sie, welche Vorsorgeuntersuchungen es speziell für Männer gibt und ab wann Sie jene wahrnehmen sollten. Dass Sport und Ernährung zum Wohlbefinden beitragen, wissen Sie längst – aber ist Ihnen auch bekannt, warum Sie nicht allein Ihre Ausdauer, sondern auch Ihre Muskeln trainieren sollten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die neue Männergesundheit finden Sie auf den folgenden Seiten. 

Stark sein bedeutet letztlich, die eigenen Grenzen zu kennen. Wer sich seiner Grenzen bewusst bleibt, darf hin und wieder mit gutem Gewissen auch seinen kleineren Schwächen frönen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr Frank Sommer

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Journalist

Prof. Dr. Frank Sommer

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