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Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Medizintechnologie – BVMed HEALTHCARE

Wenn das Tablet den Arzt ersetzt...

Stärkt das neue E-Health-Gesetz die Telemedizin in Deutschland?

Das Gesetz hat zwar die Ziele, eine zukunftsfähige Telematik-Infrastruktur aufzubauen und die Anwendung von telemedizinischen Leistungen zu fördern, dem wird es aber nur bedingt gerecht.

Was fehlt aus Ihrer Sicht?
Es fehlt die ausdrückliche Aufnahme von konkreten Regelungen zu Telemonitoring-Verfahren. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung und des Mangels an Ärzten in ländlichen Regionen wichtig.

Welche konkreten Beispiele können Sie für ein solches Verfahren nennen?
Es geht beispielsweise um die telemedizinische Versorgung und Nachsorge von Patienten mit Herzschrittmachern, der sogenannten Telekardiologie. Sie erhöht die Lebensqualität der Patienten, senkt die Mortalität und hilft, Kosten zu sparen. Die Selbstverwaltung versäumt es seit Jahren, dafür geeignete Vergütungsstrukturen zu schaffen. Das Gesetz sollte hier konkrete Regelungen und klare Vorgaben enthalten, um den Verzögerungen bei der Einführung von Telemedizin in die Praxis endlich ein Ende zu bereiten.

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Journalist

Nicole Bitkin

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